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Hier finden Sie aktuelle Auswertungen, die das Krebsgeschehen bezogen auf die Bevölkerung in Baden-Württemberg beschreiben. Zentrale Kennwerte sind dabei die Rate der Neuerkrankungen (Inzidenz) sowie die Sterberate (Mortalität) der verschiedenen Krebsarten. Aktuelle Auswertungen werden regelmäßig hier veröffentlicht.
5 Fakten zu Kolon- und Rektumkarzinomen in Baden-Württemberg
ICD-10: C18 & C19/20, Diagnosejahre 2015 bis 2024, Datenstand Januar 2026
Das Wichtigste in Kürze
Fakt 1: Die Fallzahlen bei Männern und Frauen unterscheiden sich deutlich.
Fakt 2: Rückgang der altersstandardisierte Inzidenzrate beim Kolon- und Rektumkarzinom.
Fakt 3: Rückgang der Inzidenzrate vor allem in höheren Altersgruppen.
Fakt 4: Unterschiedliche Stadienverteilung zwischen Kolon- und Rektumkarzinomen.
Fakt 5: Keine wesentliche Verschiebung der Stadienverteilung über die Zeit.
8 Fakten zu Brustkrebs bei Männern in Baden-Württemberg
ICD-10: C50, Histologie: Karzinom oder unspezifisch, Diagnosejahre 2019 bis 2023
Brustkrebs bei Männern? Ein seltenes, aber relevantes Thema. Jährlich erkranken in Baden-Württemberg rund 96 Männer daran – und ihre Erkrankung unterscheidet sich in wichtigen Punkten von der bei Frauen. Acht kompakte Fakten zeigen auf, wo die Unterschiede liegen.
Fakt 1: Nur jeder hundertste Brustkrebsfall betrifft einen Mann.
Fakt 2: Männer sind bei Diagnose deutlich älter als Frauen.
Fakt 3: Es gibt einige histologische Unterschiede bei Männern und Frauen.
Fakt 4: Männer werden häufiger in fortgeschritteneren Stadien diagnostiziert.
Fakt 5: Die molekularen Subtypen bei Männern und Frauen unterscheiden sich deutlich.
Fakt 6: Die Gradingverteilung ist bei Männern und Frauen ähnlich.
Fakt 7: Das Gesamtüberleben ist bei Männern niedriger – das brustkrebsspezifische Überleben nicht.
Fakt 8: Das Gesamtüberleben nach Brustkrebs bei Männern hängt stark vom Stadium ab.
8 Fakten zu Lungenkrebs in Baden-Württemberg
ICD-10: C34, Diagnosejahre 2015-2023
Lungenkrebs ist in Baden-Württemberg weiterhin eine der häufigsten Krebserkrankungen.
Neue Daten zeigen: Während die Inzidenz bei Männern seit Jahren sinkt, nimmt sie bei Frauen zu, insbesondere in höheren Altersgruppen. Unterschiede bestehen auch hinsichtlich Tumorarten und Stadien bei Diagnosestellung. Trotz weiterhin ungünstiger Prognose konnten in den letzten Jahren Verbesserungen im Überleben erzielt werden, vermutlich durch Fortschritte in zielgerichteten und immunonkologischen Therapien.
Fakt 1: In Baden-Württemberg liegt die altersstandardisierte Lungenkrebsinzidenz unter dem Bundesdurchschnitt.
Fakt 2: Die Geschlechtsunterschiede und Verläufe in der Inzidenz sind altersabhängig.
Fakt 3: Die Histologieverteilung hängt vom Geschlecht und dem Alter ab.
Fakt 4: Die Stadienverteilung unterscheidet sich deutlich zwischen den Histologiegruppen.
In vielen, jedoch nicht allen Histologie- und Altersgruppen haben Frauen eine günstigere Stadienverteilung.
Fakt 5: In den vergangenen knapp 50 Jahren stieg das relative 5-Jahres-Überleben von 6 % auf 27 %.
Fakt 6: Die Prognose hängt stark von Alter, Stadium und Histologie ab.
Sie war in den letzten Jahren in allen Subgruppen bei Frauen besser als bei Männern.
Fakt 7: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate von Patient:innen mit kleinzelligem Karzinom in der Altersgruppe 15-54 Jahre war niedriger als die von Patient:innen mit Adenokarzinomen in der Altersgruppe ≥75 Jahre.
Fakt 8: Nach Stratifizierung nach Stadium hatten Frauen mit Plattenepithelkarzinomen keine bessere Prognose als Männer.
Download Factsheet Lungenkrebs 2025
Die Frage, ob die COVID-19 Pandemie und die damit verbundenen Zeiten des Lockdowns zu einem Rückgang von neu diagnostizierten Krebsneuerkrankungen geführt hat, wird kontrovers diskutiert. Viele der initialen Auswertungen basieren nur auf dem Meldevolumen anstelle des Diagnosedatums und ignorieren so potenzielle Meldeverzögerungen, die zu einer falsch niedrigen Inzidenz führen. Eine erste Analyse der Einflüsse der COVID-19 Pandemie auf die Krebsinzidenz in Baden-Württemberg wurde Ende 2022 vom Krebsregister veröffentlicht. Hier zeigte sich eine geringere Krebsinzidenz vor allem im ersten Lockdown (Mitte März bis Mitte Juni 2020). Bis zum Jahresende 2020 blieben die Inzidenzraten unter den Raten der Vergleichsjahre 2018 und 2019. Mittlerweile liegen dem Krebsregister genügend Daten vor, um die Auswirkungen auf die Krebsinzidenz für das Jahr 2021 auszuwerten. In der aktuellen Auswertung wird ersichtlich, dass sich die Pandemie noch deutlicher auf die Krebsinzidenz in 2021 ausgewirkt hat.
5 Fakten zu Speiseröhrenkrebs in Baden-Württemberg
ICD-10: C15, Diagnosejahre 2018-2020
Fakt 1: Die altersstandardisierte Inzidenz und Mortalität ist in Baden-Württemberg niedriger als in Deutschland.
Fakt 2: Die Stadienverteilungist bei Frauen in Baden-Württemberg etwas ungünstiger als in Deutschland.
Fakt 3: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate ist bei den Männern in Baden-Württemberg etwas günstiger als in Deutschland.
Fakt 4: Jüngere Patient:innenhaben ein höheres relatives Überleben.
Fakt 5: Patient:innen mit Diagnosestellung im frühen Stadium haben deutlich bessere Überlebenschancen.
5 Fakten zu Magenkrebs in Baden-Württemberg
ICD-10: C16, Diagnosejahre 2017-2019
Fakt 1: Altersstandardisierte Inzidenz und Mortalität unterscheiden sich nur geringfügig zwischen Baden-Württemberg und Deutschland.
Fakt 2: Die Stadienverteilung ist bei Frauen in Baden-Württemberg etwas ungünstiger als in Deutschland.
Fakt 3: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate ist in Baden-Württemberg günstiger als in Deutschland.
Fakt 4: Jüngere Patient:innen haben eine ungünstigere Stadienverteilung aber eine höhere relative Überlebensrate.
Fakt 5: Patient:innen mit Diagnosestellung im frühen Stadium haben deutlich bessere Überlebenschancen.
Die Frage, ob die COVID-19 Pandemie und die damit verbundenen Zeiten des Lockdowns zu einem Rückgang von neu diagnostizierten Krebsneuerkrankungen geführt hat, wird kontrovers diskutiert. Viele der initialen Auswertungen basieren nur auf dem Meldevolumen anstelle des Diagnosedatums und ignorieren so potenzielle Meldeverzögerungen, die zu einer falsch niedrigen Inzidenz führen. Dem Krebsregister Baden-Württemberg liegen nun genügend Daten vor, um die Krebsinzidenz für das Jahr 2020 mit hoher Validität darzustellen und mit den Jahren 2018/2019 zu vergleichen.
5 Fakten zu Prostatakrebs in Baden-Württemberg
ICD-10: C61, Diagnosejahre 2017-2019
Fakt 1: Es erkranken proportional mehr Männer in Baden-Württemberg an Prostatakrebs als in Gesamtdeutschland.
Fakt 2: Die Stadienverteilung ist zwischen Baden-Württemberg und Deutschland vergleichbar.
Fakt 3: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate ist zwischen Baden-Württemberg und Deutschland vergleichbar.
Fakt 4: Jüngere Patienten haben ein höheres relatives Überleben.
Fakt 5: Das Überleben von Männern mit Stadium I-III ist vergleichbar mit dem Überleben der männlichen Bevölkerung ohne Prostatakrebs.
Download Factsheet Prostatakrebs
5 Fakten zu Darmkrebs in Baden-Württemberg:
ICD-10: C18-C20, Diagnosejahre 2017-2019
Fakt 1: Altersstandardisierte Inzidenz und Mortalität unterscheiden sich nur geringfügig zwischen Baden-Württemberg und Deutschland.
Fakt 2: Stadienverteilung ist zwischen Baden-Württemberg und Deutschland vergleichbar.
Fakt 3: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate ist in Baden-Württemberg etwas günstiger als in Deutschland.
Fakt 4: Jüngere Patienten haben eine ungünstigere Stadienverteilungaber eine höhere relative Überlebensrate.
Fakt 5: Es gibt einige epidemiologische Unterschiede zwischen Kolon- und Rektumkrebs.
8 Fakten zu Krebs der Gallenblase und der extrahepatischen Gallenwege in Baden-Württemberg
ICD-10: C23-C24, Diagnosejahre 2015-2019
Krebs der Gallenblase und der extrahepatischen Gallenwege gehört zu den seltenen Krebserkrankungen. Die Erkrankung tritt vor allem im höheren Lebensalter auf und wird häufig erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert.
Fakt 1: Krebs der extrahepatischen Gallenwege tritt häufiger auf als Gallenblasenkrebs (428 vs. 152 Neuerkrankungen pro Jahr).
Fakt 2: Die Erkrankung macht etwa 1 % aller Krebsneuerkrankungen und 2 % aller Krebstodesfälle aus.
Fakt 3: Männer und Frauen sind ähnlich häufig betroffen (3,4 vs. 2,6 Neuerkrankungen pro 100.000 Personen).
Fakt 4: Die Diagnose erfolgt meist im höheren Alter: Das mittlere Diagnosealter liegt bei 75 bis 77 Jahren.
Fakt 5: Die Erkrankung wird häufig spät entdeckt: 57 % der klassifizierbaren Gallenblasentumoren werden in UICC-Stadium IV diagnostiziert.
Fakt 6: Die häufigsten Fernmetastasen betreffen die Leber (62 %), das Peritoneum (34 %) und die Lymphknoten (19 %).
Fakt 7: Die Prognose ist stark vom Stadium abhängig. Das relative 5-Jahres-Überleben liegt insgesamt bei 26 %.
Fakt 8: Bei Gallenblasenkrebs beträgt das relative 5-Jahres-Überleben 33 % in UICC-Stadium I–III und nur 7 % in Stadium IV.
Der Monat November wurde von der „Global Lung Cancer Coalition“ (GLCC) zum internationalen Lungenkrebsmonat bestimmt. Auch wir nehmen dieses zum Anlass, um Ihnen einige Daten zu Lungenkrebs in Baden-Württemberg darzustellen:
8 Fakten zu Lungenkrebs in Baden-Württemberg
ICD-10: C33-C34, Diagnosejahre 2015-2023
Lungenkrebs gehört bei Frauen und Männern zu den häufigsten Krebserkrankungen und ist eine der häufigsten Ursachen für krebsbedingte Todesfälle. Die Daten aus Baden-Württemberg zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern sowie einen starken Einfluss des Erkrankungsstadiums auf die Prognose.
Fakt 1: Lungenkrebs ist bei beiden Geschlechtern die dritthäufigste Krebsdiagnose.
Fakt 2: Jährlich erkranken rund 2.232 Frauen und 3.600 Männer neu an Lungenkrebs.
Fakt 3: Männer sind häufiger betroffen als Frauen (45,1 vs. 25,9 Neuerkrankungen pro 100.000 Personen).
Fakt 4: Das durchschnittliche Alter bei der Diagnose liegt bei etwa 70 Jahren.
Fakt 5: In Baden-Württemberg sind Erkrankungs- und Sterberaten niedriger als im Bundesdurchschnitt.
Fakt 6: Mehr als die Hälfte der Betroffenen (55 %) wird erst im metastasierten UICC-Stadium IV diagnostiziert.
Fakt 7: Das Adenokarzinom ist mit 44 % die häufigste Form des Lungenkrebses.
Fakt 8: Die Prognose hängt stark vom Stadium bei Diagnose ab. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt insgesamt bei 29 % für Frauen und 24 % für Männer, sinkt aber in UICC-Stadium IV auf 10 % bzw. 8 %.
Der Monat Oktober gilt seit 1985 weltweit als Brustkrebs-Monat. Auch wir nehmen dieses zum Anlass, um Ihnen einige Daten zu Brustkrebs in Baden-Württemberg darzustellen:
7 Fakten zu Brustkrebs in Baden-Württemberg
ICD-10: C50, Diagnosejahre 2016–2019
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Baden-Württemberg. Die Daten des Krebsregisters Baden-Württemberg zeigen, wie häufig die Erkrankung auftritt, in welchen Stadien sie diagnostiziert wird und welche Prognosen damit verbunden sind.
Fakt 1: Jede dritte Krebsneuerkrankung bei Frauen ist Brustkrebs. Jährlich erkranken rund 9.947 Frauen neu.
Fakt 2: Brustkrebs bei Männern ist selten. Pro Jahr werden etwa 97 Neuerkrankungen registriert.
Fakt 3: Brustkrebs wird häufig früh diagnostiziert: Rund 40 % der Patientinnen befinden sich bei Diagnose in UICC-Stadium I bzw. II.
Fakt 4: Bei Frauen im Mammographie-Screening-Alter (50–69 Jahre) wird die Erkrankung in 50 % der Fälle bereits in UICC-Stadium I erkannt.
Fakt 5: Das duktale Karzinom (NST) ist mit 71 % die häufigste Tumorform, gefolgt vom lobulären Karzinom (13 %).
Fakt 6: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt insgesamt bei 92 %.
Fakt 7: Die Prognose hängt stark vom Stadium bei Diagnose ab: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate sinkt von 106 % in UICC-Stadium I auf 39 % in UICC-Stadium IV.
Wir bedanken uns bei allen Meldenden für die Übermittlung der Daten. Anhand des Datensatzes des Krebsregisters Baden-Württemberg können nur die zur Verfügung gestellten Informationen zusammengefasst, zurückgespiegelt und für Forschungszwecke verwendet werden. Um die erreichte Datenqualität weiter zu verbessern, ist eine kontinuierliche Mitarbeit der meldenden Einrichtungen sehr wichtig.
Daher unsere Bitte an alle Meldende:
Stellen Sie dem Krebsregister Baden-Württemberg die erforderlichen Informationen zur Verfügung. Sie leisten damit einen wertvollen Beitrag im gemeinsamen Kampf gegen den Krebs.
Organisatorische Leitung
und stellvertretende Leitung EKR
Telefon: 06221 42-4221
Im Neuenheimer Feld 581
69120 Heidelberg