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Home Meldende Tumordokumentation

Dokumentation meldepflichtiger Tumoren

Hier erhalten Sie Informationen, Hinweise und Empfehlungen für die Dokumentation meldepflichtiger Tumoren.
Für eine schnelle Orientierung sind die Fragen übersichtlich in folgende Rubriken unterteilt:

Weitere Fragen zu Meldepflicht, Vergütung, Meldeprozess & Meldeportal und Daten, Auskunfts- und Widerspruchsrecht der Patient:innen finden Sie hier:
Meldende > Häufig gestellte Fragen

Diagnosemeldung

Allgemeine Informationen zur Dokumentation von Diagnosemeldungen gemäß oBDS finden Sie im Manual Plus:

 

Wie sollen revidierte/korrigierte Diagnosen dokumentiert werden?

Wird eine Diagnose revidiert, soll dem KRBW eine aktualisierte Diagnosemeldung mit neuer Histologie und der zugehörigen ICD-10 übermittelt werden. In das Anmerkungsfeld bitte „revidierte Diagnose“ und das Datum der Revision (Tag/Monat/Jahr) eintragen. Bitte geben Sie zusätzlich auch die ursprüngliche Histologie im Anmerkungsfeld an.

Stand 10/2023

Sollen post mortem gestellte Diagnosen gemeldet werden?

Sollte es sich bei den post mortem gestellten Diagnosen um meldepflichtige Diagnosen handeln, sind diese zu melden. Das Erstdiagnose-Datum entspricht dann dem Sterbedatum. Für die Angabe der Patient:innen-Unterrichtung gibt es hier die Ausnahme „V“ (verstorben). Ist bei dem:der Patient:in eine Autopsie durchgeführt worden, sollte ein aTNM angegeben werden.

Quelle: Manual der Krebsregistrierung, S. 87

Was versteht man unter einem CUP (Cancer of Unknown Primary)? Wie ist ein CUP zu verschlüsseln?

Ein CUP ist eine Krebserkrankung, bei der eine zytologisch oder histologisch gesicherte Metastasierung vorliegt, ohne dass nach Abschluss einer umfassenden Diagnostik der Ursprungstumor (Primärtumor) gefunden werden konnte.

Die Diagnose „CUP“ – auch „CUP-Syndrom“ genannt – ist eine spezifische Diagnose.

Nur wenn kein Primärtumor gefunden werden konnte, und wenn zudem sicher ausgeschlossen werden konnte, dass die vorliegende Metastasierung ein Rezidiv einer früheren Tumorerkrankung ist, wird ärztlicherseits die Diagnose eines CUP-Syndroms gestellt.

Es gibt Leitlinien, die das CUP-Syndrom genau definieren, und die Handlungsempfehlungen für die Diagnostik und Therapie des CUP geben.1

Bei einem CUP liegt eine metastasierte Situation vor, ohne dass die Primärlokalisation des Tumors bekannt ist. Daher ist ein CUP wie folgt zu verschlüsseln:

  • ICD-10 Diagnose: C80.0 (Bösartige Neubildung, primäre Lokalisation unbekannt, so bezeichnet)2
  • ICD-O-3 Zweite Revision, Lokalisation: C80.9 (Unbekannte Primärlokalisation)3
  • Diagnosesicherung: Histologie der Metastase4

Eine TNM-Klassifikation ist beim CUP-Syndrom nicht anwendbar.*

Für einen CUP im Kopf-Hals-Bereich ist folgende, eigene Tumordokumentation zu beachten:

  • Was ist ein CUP im Kopf-Hals-Bereich? Wie ist dieser zu verschlüsseln? FAQ

Maligne Melanome7 und Merkelzellkarzinomemit unbekannter Primärlokalisation zählen nicht zum CUP-Syndrom und sind daher auch nicht als CUP zu verschlüsseln. Für diese Erkrankungen sind folgende, eigene Tumordokumentationen zu beachten:

  • Ist ein malignes Melanom mit unbekannter Primärlokalisation ein CUP? Wie ist dieses zu verschlüsseln? FAQ
  • Ist ein Merkelzellkarzinom (MCC) mit unbekannter Primärlokalisation ein CUP? Wie ist dieses zu verschlüsseln? FAQ

*Hinweise: Für unsere Datenauswertung ist es sehr hilfreich, wenn Sie beim CUP-Syndrom die Metastasenlokalisation(en) an das Krebsregister übermitteln.

Bitte verwenden Sie dafür das oBDS-Feld „Lokalisation von Fernmetastase(n)“5 und geben Sie in diesem Fall ausnahmsweise auch die M1-Kategorie an – auch wenn dies formal nicht vorgesehen ist.

Die Angabe „M1“ dient ausschließlich unseren internen Plausibilitätsprüfungen im Zusammenhang mit den gemeldeten Metastasenlokalisation(en).6

Angaben zur T- und N-Kategorie sind nicht zulässig. Die Felder für die T- und die N-Kategorie sind daher nicht auszufüllen. Auch Platzhalter (z.B. TX oder T0) sind nicht zu verwenden.

 

Quellen:

  1. CUP Syndrom – Krebserkrankungen mit unbekanntem Primärtumor; onkopedia Leitlinie, Stand 09/2025, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/cup-syndrom-krebserkrankungen-mit-unbekanntem-primaertumor
  2. Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, Version 2026, https://klassifikationen.bfarm.de/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2026/block-c43-c44.htm
  3. Internationale Klassifikation der Krankheiten für die Onkologie, Dritte Ausgabe, Zweite Revision 2019, Mit Aktualisierung vom 29.01.2021, https://klassifikationen.bfarm.de/icd-o-3/icd03rev2html/index.htm
  4. ENCR-Empfehlung: Grad der Diagnosesicherung, Version 2, Stand 05/2025, https://www.encr.eu/sites/default/files/Recommendations/ENCR%20Recommendation%20BoD_Oct2022_DE_052025.pdf
  5. Bundeseinheitlicher onkologischer Basisdatensatz 2021 (oBDS 2021), https://www.basisdatensatz.de/basisdatensatz
  6. Plausibilitätsprüfungen in der Klinischen Landesregisterstelle, https://krebsregister-bw.de/app/uploads/2024/08/Plausibilitaetspruefungen_KLR.xlsx
  7. S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms, Version 3.3 – Juli 2020, AWMF-Register-Nummer: 032/024OL, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Melanom/Melanom_Version_3/LL_Melanom_Langversion_3.3.pdf
  8. Becker JC, Beer AJ, DeTemple VK, et al. S2k-Leitlinie – Merkelzellkarzinom – Update 2022. JDDG: Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. 2023; 21: 305-317. https://doi.org/10.1111/ddg.14930_g

Stand 04/2026

Therapiemeldung

 

Wie soll mit extern durchgeführten Therapien umgegangen werden?

Informationen zu meldepflichtigen Ereignissen, die dem:der Meldenden aus externen Quellen (z.B. Arztbriefen) zur Kenntnis gelangen und nicht im Auftrag des Leistungserbringers übermittelt werden, können bei Meldungen im oBDS-Format über das Feld „Eigene Leistung“ mit „nein“ gekennzeichnet werden. Bei Meldungen, die noch im ADT/GEKID-Format übermittelt werden, kann die externe Leistung mit der Melder-ID 999999 im Feld für den Leistungserbringer an das Krebsregister Baden-Württemberg gemeldet werden. Für diese Meldungen besteht keine Meldepflicht, Sie unterstützen hierdurch jedoch Vollzähligkeit und Vollständigkeit im Krebsregister. Hiervon profitieren insbesondere die Auswertungen, die wir Ihnen im Rahmen der Qualitätskonferenzen präsentieren. Die Meldung externer Leistungen wird vom KRBW nicht vergütet, da die Aufwandsentschädigung dem Leistungserbringer zusteht.

Wie sind ablative Verfahren (z.B. Mikrowellen-Radiofrequenzablation) zu melden?

Ablative Verfahren sind mit den entsprechenden OPS-Schlüsseln als Operation zu melden. Ein Residualstatus ist nicht zu erwarten.
Bundesweit abgestimmt in der AG Dokunetzwerk

Stand: 10/2021

Wie ist eine Elektrochemotherapie zu melden?

Eine Elektrochemotherapie ist mit dem entsprechenden OPS-Schlüssel als Operation zu melden. Ein Residualstatus ist nicht zu erwarten. Eine zusätzliche Meldung der systemischen Therapie mit der oder den angewendeten Substanzen ist optional.
Bundesweit abgestimmt in der AG Dokunetzwerk

Stand: 10/2021

Wie soll eine Stammzell-Transplantation gemeldet werden?

Eine Stammzell-Transplantation soll als systemische Therapie gemeldet werden.
Die Felder des ADT/GEKID-Basisdatensatzes (1) sind folgendermaßen zu füllen:

  • Therapieart: „KM“ und „CH“ (BDS ADT/GEKID 2.*), nach Umstellung auf oBDS 3.0: nur Therapieart „SZ“) (2)
  • Protokoll: Chemotherapie-Protokoll der Konditionierung (z.B. BEAM)
  • Substanz:
    Art der Stammzellen (z.B. allogene Stammzellen)
    die einzelnen Wirkstoffe des Hochdosis-Chemotherapie-Protokolls

Hinweis: Wir bitten darum, jede Substanz in ein eigenes Datenfeld einzutragen.

Quellen:
Einheitlicher onkologischer Basisdatensatz ADT/GEKID
Einheitlicher onkologischer Basisdatensatz 2021
Stand 09/2022

Sollen medikamentöse Schmerztherapien, Antibiotika, Bluttransfusionen zur Symptomlinderung oder symptomlindernde Therapien gemeldet werden?

Diese Angaben für Therapien sind im Datenkatalog nicht vorgesehen. Bitte nur spezifische Tumortherapien melden.

Operationsmeldung

Allgemeine Informationen zur Dokumentation von Operationsmeldungen gemäß oBDS finden Sie im Manual Plus:

Welche Operationen (OPS-Schlüssel) sind meldepflichtig?

Jede tumortherapeutische Operation, also solche, die zur Entfernung (Resektion), Zerstörung (Destruktion) oder Verkleinerung (Reduktion) von Tumorgewebe führen, sind zu dokumentieren und zu melden.

Ergänzend möchten wir Sie bitten, über die Meldungen mit den tumortherapeutischen OPS-Codes hinaus, Meldungen zu weiteren Operationen zu übermitteln, die im Zusammenhang mit der Tumortherapie stehen. Damit können wir eine zeitgemäße Qualitätssicherung sowie weitere klinische Auswertungen durchführen. Bitte beachten Sie, dass gemäß einem Beschluss der Plattform §65c nur Meldungen mit einem tumortherapeutischen OPS-Code honoriert werden können. Momentan setzen wir uns bundesweit mit der Plattform §65c dafür ein, dass zukünftig auch weitere OPS-Codes honoriert werden können.

Eine Liste der OPS-Codes, die das KRBW als tumortherapeutisch oder als für die Qualitätssicherung relevant einstuft, finden Sie auf unserer Website unter  https://krebsregister-bw.de/meldende/unterlagen-und-infomaterial/ oder als direkten Download hier:

OPS-Liste

Hinweise:
Solange mindestens ein tumortherapeutischer oder ein weiterer meldefähiger Code enthalten ist, können beliebig viele weitere Schlüssel (auch z. B. aus dem 1er Bereich) mit übermittelt werden. Speziell im ZNS-Bereich ist es außerdem möglich, auch bestimmte 1er-Schlüssel, sofern sie tumortherapeutisch sind, ohne einen 5er-Schlüssel zu übermitteln. Ebenfalls sind bestimmte 8er-Schlüssel als tumortherapeutisch eingestuft und damit auch ohne einen 5er-Schlüssel zu melden.

OPS-Codes, die in einer vorherigen OPS-Version als endständig galten, jedoch im aktuellen Katalog nicht mehr vorhanden sind, finden sich nicht in der aktuellen Liste. Sofern der Schlüssel tumortherapeutisch ist, wird die Meldung mit der passenden Versionsangabe angenommen. Ein Beispielfall: Sie übermitteln uns 2024 eine OP-Meldung mit Leistungen aus dem Jahr 2017 mit dem damals gültigen OPS-Code 5-262.00. Dieser OPS-Code ist nicht in der aktuellen Liste mit tumortherapeutischen OPS-Codes vorhanden, da dieser nicht mehr im OPS-Katalog enthalten ist. Da es sich aber grundsätzlich um einen tumortherapeutischen und endständigen Code handelt, wird dieser mit der OPS-Version 2017 angenommen.

Wie sollen Nachresektionen gemeldet werden?

Erfolgt im Rahmen einer operativen Therapie (selbe Sitzung, Schnellschnittergebnis) eine Nachresektion, so ist diese Nachresektion, soweit vorhanden, mit ihrem spezifischen Re-OPS-Code oder Nachresektionscode in der OP-Meldung anzugeben.

Findet die Nachresektion als separate OP statt, muss eine gesonderte OP-Meldung mit allen erforderlichen Angaben (u.a. OPS-Code, Residualstatus, Intention der Therapie) übermittelt werden. Gibt es keinen spezifischen Re-OPS oder Nachresektionscode dann sind der zutreffende OPS-Code (z.B. die Tumorresektion) und der ZusatzCode „5-983“: Reoperation anzugeben.

Quelle:

  1. www.bfarm.de – Kodiersysteme – Services – Downloads – OPS Version 2026

Stand 05/2025

Strahlentherapie

Allgemeine Informationen zur Dokumentation von Strahlentherapien gemäß oBDS finden Sie im Manual Plus:

Wie soll eine Logenbestrahlung gemeldet werden?

Wird nach operativer Entfernung eines Organs eine Strahlentherapie der Organloge durchgeführt, muss als Zielgebiet das entfernte Organ (s. Liste der Zielgebietsschlüssel) angegeben werden. Im Anmerkungsfeld soll als Hinweis, dass die Loge bestrahlt wird, die Anmerkung „Loge“ so organspezifisch wie möglich angegeben werden (z.B. „Nierenloge“, „Prostataloge“ etc.).

Stand: 07/2022

Wie ist bei der Bestrahlungstherapie die Dosisaufsättigung (Boost) anzugeben?

In der Therapiemeldung können für die gesamte Strahlentherapie die einzelnen Sitzungen mit der jeweiligen Einzeldosis (ohne Boost) angegeben werden. Pro Strahlentherapie-Sitzung ist dann die verwendete Einzeldosis zu dokumentieren. Als Gesamtdosis soll die gesamte Dosis über die komplette Strahlentherapie inkl. Boost angegeben werden. In dem Anmerkungsfeld zur Strahlentherapie sollte „Boost“ vermerkt werden.

Stand: 07/2022

Systemische Therapie

Allgemeine Informationen zur Dokumentation von Systemischen Therapien gemäß oBDS finden Sie im Manual Plus:

Wie sollen kombinierte Therapien (z.B. Radiochemotherapie) gemeldet werden?

Kombinierte Therapien sind separat zu melden. So muss z.B. eine Radiochemotherapie oder Radioimmuntherapie als Therapiemeldung mit Therapieart „medikamentöse Therapie“ (Therapiebezeichnung Chemotherapie/Immuntherapie) und als Therapieart „Strahlentherapie“ gemeldet werden.

Stand: 02/2021

Handelt es sich bei Gabe von Bisphosphonaten wie z.B. Zoledronsäure um meldepflichtige systemische Therapien?

Bei Vorliegen einer tumorspezifischen Therapieindikation sollen Bisphosphonate als systemische Therapie mit der Angabe der genauen Wirksubstanz und der Therapieart „SO“ gemeldet werden (siehe dazu auch unter Service „Substanzen und Protokolle der systemischen Therapien“).

Stand: 01/2020

Verlaufsmeldung

Allgemeine Informationen zur Dokumentation von Verlaufsmeldungen gemäß oBDS finden Sie im Manual Plus:

Wie ist ein erneutes Auftreten von Tumoren im selben Organ zu melden?

1.) Wann ist ein erneutes Tumorereignis an derselben Lokalisation als neue Erkrankung/ neue Diagnose zu melden?

a) Nur wenn laut ärztlicher Beurteilung eindeutig ein zweiter, andersartiger Tumor an derselben Lokalisation vorliegt als bei der ersten Erkrankung, ist dieser Zweittumor als neue Erkrankung mit einer Diagnosemeldung und eigenem Diagnosedatum zu dokumentieren. Den früheren, ersten Tumor geben Sie bitte mit seinem Diagnosejahr im Feld „Frühere Tumorerkrankungen“ an.

b) Auch wenn nach vorangegangener In situ-Neubildung (ICD-10 D00-D09) oder nach einer Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens (ICD-10 D37-D48) an derselben Stelle erstmals eine bösartige Neubildung (ICD-10 C00-C97) auftritt, ist diese als neue Erkrankung mit einer Diagnosemeldung und eigenem Diagnosedatum zu übermitteln.

2.) Wann ist ein erneutes Tumorereignis an derselben Lokalisation als Rezidiv zu melden?

a) Bei Wiederauftreten eines Tumors mit gleicher Morphologie nach WHO an derselben Stelle bitten wir um Dokumentation dieses neuen Tumorereignisses als Rezidiv, sofern nicht eindeutig ein Zweittumor bzw. eine Situation vorliegt, wie unter 1.) beschrieben. Ein Rezidiv ist in einer Verlaufsmeldung mit möglichst genauen Angaben zum Tumorstatus und ggf. inkl. rTNM-Klassifikation zu übermitteln.

b) Auch wenn nach vorangegangener bösartiger (ICD-10 C00-C97) oder In-situ-Neubildung (ICD-10 D00-D09) an derselben Stelle wieder eine In-situ-Neubildung (ICD-10 D00-D09) auftritt, ist diese als Rezidiv in einer Verlaufsmeldung zu übermitteln.

Stand 10/2023

Allgemeine Dokumentationshinweise

Wann soll nach UICC die Ausprägung X in der cTNM-Klassifikation verwendet werden?

Zur Verwendung der Ausprägung „X“ bei der klinischen TNM-Klassifikation finden sich nachfolgende Erläuterungen der UICC

  • „TX“ oder „NX“ sollen verwendet werden, wenn die Ausbreitung des Tumors nicht untersucht werden konnte oder
  • wenn die entsprechenden Untersuchungsergebnisse vor Therapiebeginn nicht erfasst werden konnten.
  • „MX“ darf seit TNM-Version 7 nicht mehr verwendet werden, da die klinische Untersuchung für die Vergabe der cM-Kategorie genügt.

„X“ darf nicht verwendet werden, um lediglich die Datenfelder zu befüllen, wenn dem Dokumentationsteam die Daten zu einem bestimmten Fall nicht zur Verfügung stehen.

Quellen:

Greene F, Brierly J, O´Sullivan B, Sobin LH, Wittekind C.  (2005). On the use and abuse of X in the TNM classification. Cancer, 103, 3.
Wittekind C, Brierley JD, Lee A, van Eycken E (eds). (2019). TNM Supplement 5th ed. Wiley Blackwell.
UICC. How to use TNM. Verfügbar unter: https://www.uicc.org/sites/main/files/atoms/files/How_to_use_TNM.pdf

Wann soll ein yTNM angegeben werden?

Wenn die TNM-Klassifikation während oder nach initialer multimodaler Therapie erfolgt, werden die TNM- oder pTNM-Kategorien durch das Präfix „y“ gekennzeichnet (z.B. yT2N1M0 oder ypT2pN2pM0) (TNM-Klassifikation, 8. Auflage, 2017). Generell sollte ein yTNM in einer Verlaufsmeldung übermittelt werden. Dokumentationsbeispiel: Patient mit Rektumkarzinom (C20). Die präoperative Diagnostik zeigt, dass der Tumor ins perirektale Fettgewebe infiltriert, 1 vergrößerter perirektaler Lymphknoten, keine Fernmetastasen. Präoperativ erhält der Patient eine Radiochemotherapie. Vor der Operation ist mit bildgebenden Verfahren kein Tumor nachweisbar. Nach der Operation beschreibt der Pathologiebefund einen Tumorrest, der die Submukosa infiltriert. In 16 untersuchten Lymphknoten ist kein Befall nachweisbar.

TNM-Klassifikation:

vor Behandlung: cT3 cN1a cM0
nach neoadjuvanter Therapie: ycT0 cN0 cM0
nach Operation: ypT1 pN0 cM0

Quelle:
Brierley J et al.: The „y“ Symbol: An Important Classification Tool for Neoadjuvant Cancer Treatment, American Cancer Society, 2006.

Soll bei unzureichender Information zum Vorliegen von Fernmetastasen die Kategorie MX vergeben werden?

Nach der TNM-Klassifikation maligner Tumoren der UICC1 wird die Verwendung von MX als unzureichend betrachtet, da für die Bestimmung der klinischen M-Klassifikation die klinische Untersuchung ausreichend ist. Ergibt diese keinen Anhalt für das Vorliegen von Fernmetastasen und ist nach S3-Leitlinie oder sonstiger Fachliteratur das Risiko für eine Fernmetastasierung so gering, dass keine weitergehenden Untersuchungen empfohlen werden (z.B. Bildgebung), soll cM0 klassifiziert werden.

Quelle: Wittekind C. TNM: Klassifikation maligner Tumoren, 8. Auflage. Wiley-VCH, 2017 (S. 8).

Stand: 01/2020

Wie soll eine Meningeosis neoplastica gemeldet bzw. erfasst werden?

Eine Meningeosis neoplastica soll in der M-Kategorie des TNM mit „OTH“ dokumentiert werden.

Stand: 24.01.2020

Präkanzerosen

Muss bei meldepflichtigen Präkanzerosen (ICD-10 D00-D09) immer ein TNM (Tis N0 M0) dokumentiert werden?

Meist liegt bei den meldepflichtigen Präkanzerosen (ICD-10 D00-D09) ein Carcinoma in situ vor. Somit ist ein Tis zu dokumentieren, wenn es für die betreffende Neoplasie eine TNM-Klassifikation gibt.

Einige Neoplasien, die als ICD-10 D00-D09-Diagnose zu verschlüsseln sind, und die im ICD-O-Morphologieschlüssel den Malignitätsgrad /2 haben, sind jedoch formal nicht als Carcinoma in situ zu klassifizieren. Es ist daher auf die genaue Neoplasiebezeichnung (Wortlaut!) zu achten.

Neoplasien sind nicht formal als Tis zu klassifizieren, wenn sie bezeichnet werden als:

  • Serratierte high grade Dysplasie des Kolo-Rektums (ICD-10 D01.0): 8213/2
  • Grad 2 intraepitheliale Neoplasie von Vulva, Vagina und Zervix (VIN II, VAIN II, CIN II) (D07.1, D07.2, D06.-): 8077/2

Für folgende In-situ-Neoplasien ist keine TNM-Klassifikation vorgeschrieben:

  • lobuläres Ca in situ (LCIS) der Mamma (D05.0): 8519/2, 8520/2
  • Pleuramesothelioma in situ (D09.7): 9050/2 (keine TNM-Klassifikation)

Stand 02/2024

Welche Dysplasien und Präkanzerosen sind meldepflichtig?

Meldepflichtig sind alle Neoplasien mit Malignitätsgrad /2 nach aktueller WHO-Klassifikation, die anhand einer histologischen Untersuchung diagnostiziert wurden.

Diese Präkanzerosen und hochgradigen Dysplasien sind nach ICD-10 mit D00-D09 zu verschlüsseln.

Beispiele für Neoplasien mit Malignitätsgrad /2 nach WHO sind:

  • hochgradige squamöse intraepitheliale Neoplasien, auch als High grade Squamöse Intraepitheliale Läsionen (HSIL) bezeichnet (Morphologieschlüssel: 8077/2). [1]
    Im Genitalbereich nach älterer, 3-stufiger Dysplasie-Systematik: VIN2*, VIN3*, VAIN2*, VAIN3* und als CIN2*, CIN3*
  • hochgradige intraepitheliale Neoplasien des Kolo-Rektums, auch als High Grade IntraEpithelial Neoplasia (HGIEN) bezeichnet (Morphologieschlüssel: 8148/2, 8210/2, 8211/2, 8213/2, 8261/2, 8263/2). [2]

*Hinweis:

VIN 2 und VIN 3: vulväre intraepitheliale Neoplasie Grad 2 und Grad 3

VAIN 2 und VAIN 3: vaginale intraepitheliale Neoplasie Grad 2 und Grad 3

CIN 2 und CIN 3: zervikale intraepitheliale Neoplasie Grad 2 und Grad 3

Gemäß aktueller WHO-Klassifikation wird nur noch zwischen hoch- und niedriggradiger Dysplasie differenziert. Hochgradige (high grade) Dysplasien werden mit dem Malignitätsgrad /2 im Morphologieschlüssel abgebildet, niedriggradige (low grade) Dysplasien mit dem Malignitätsgrad /0.
Nur hochgradige Dysplasien sind meldepflichtig.

Literatur:

  1. WHO classification of tumours series, 5th ed.; Female genital tumours
  2. WHO classification of tumours series, 5th ed.; Digestive system tumours

Stand 08/2022

Entitätsspezifische Dokumentationshinweise

Haut

Ist ein malignes Melanom mit unbekannter Primärlokalisation ein CUP? Wie ist dieses zu verschlüsseln?

Liegen histologisch gesicherte Metastasen eines malignen Melanoms vor, die kein Rezidiv einer früheren Erkrankung sind, und deren Ursprungstumor (Primärtumor) nicht gefunden werden konnte, so handelt es sich um ein malignes Melanom mit unbekannter Primärlokalisation. Dieses wird auch als okkultes Melanom bezeichnet.

In dieser Situation darf ein primäres Melanom der Haut angenommen werden, bei dem es nach der Metastasierung zu einer spontanen und wahrscheinlich kompletten Regression des Primärtumors kam.1

Ein okkultes Melanom wird nicht als CUP eingestuft.2

Es ist wie folgt zu verschlüsseln:

  • ICD-10 Diagnose: C43.9 (Bösartiges Melanom der Haut, nicht näher bezeichnet)3
  • ICD-O-3 Zweite Revision, Lokalisation: C44.9 (Haut o.n.A.)4
  • Diagnosesicherung: Histologie der Metastase5

Die TNM-Klassifikation „Malignes Melanom der Haut“ ist anwendbar (s. TNM 9, S. 165; TNM 8, S. 186).6; 7

Für die T-Kategorie gilt aufgrund des nicht nachweisbaren Primärtumors cT0 (Kein Anhalt für Primärtumor).6; 7

 

Quellen:

  1. S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Melanoms, Version 3.3 – Juli 2020, AWMF-Register-Nummer: 032/024OL, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Melanom/Melanom_Version_3/LL_Melanom_Langversion_3.3.pdf
  2. CUP Syndrom – Krebserkrankungen mit unbekanntem Primärtumor; onkopedia Leitlinie, Stand 09/2025, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/cup-syndrom-krebserkrankungen-mit-unbekanntem-primaertumor
  3. Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, Version 2026, https://klassifikationen.bfarm.de/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2026/block-c43-c44.htm
  4. Internationale Klassifikation der Krankheiten für die Onkologie, Dritte Ausgabe, Zweite Revision 2019, Mit Aktualisierung vom 29.01.2021, https://klassifikationen.bfarm.de/icd-o-3/icd03rev2html/index.htm
  5. ENCR-Empfehlung: Grad der Diagnosesicherung, Version 2, Stand 05/2025, https://www.encr.eu/sites/default/files/Recommendations/ENCR%20Recommendation%20BoD_Oct2022_DE_052025.pdf
  6. Wittekind, C. (Hrsg.) TNM Klassifikation maligner Tumoren (Neunte Auflage). Weinheim, Deutschland: WILEY-VCH Verlag
  7. Wittekind, C. (Hrsg.). (korr. Nachdruck 2020). TNM – Klassifikation maligner Tumoren (Achte Auflage). Weinheim, Deutschland: WILEY-VCH Verlag

Stand 04/2026

Ist ein Merkelzellkarzinom (MCC) mit unbekannter Primärlokalisation ein CUP? Wie ist dieses zu verschlüsseln?

Das Merkelzellkarzinom (MCC) ist ein primär kutanes neuroendokrines Karzinom, d.h. es handelt sich um einen Tumor, der primär in der Haut wächst.1

Merkelzellkarzinome rezidivieren häufig lokal und metastasieren frühzeitig lymphogen.2

Liegen histologisch gesicherte Metastasen eines MCC vor, die kein Rezidiv einer früheren Erkrankung sind, und deren Ursprungstumor (Primärtumor) nicht gefunden werden konnte, so bezeichnet man dieses als ein MCC mit unbekannter Primärlokalisation.

In dieser Situation darf angenommen werden, dass es nach der Metastasierung zu einer spontanen und wahrscheinlich kompletten Regression des Primärtumors kam.2

Ein metastasiertes MCC mit unbekannter Primärlokalisation ist gemäß aktueller CUP-Leitlinie kein CUP.3

Als Tumor der Haut ist es wie folgt zu verschlüsseln:

  • ICD-10 Diagnose: C44.9 (Bösartige Neubildung der Haut, nicht näher bezeichnet)4
  • ICD-O-3 Zweite Revision, Lokalisation: C44.9 (Haut o. n. A.)5
  • ICD-O-3 Zweite Revision, Morphologie: 8247/6* (Merkel-Zell-Karzinom)5;
  • Diagnosesicherung: Histologie der Metastase6

Die TNM-Klassifikation „Merkelzellkarzinom der Haut“ ist anwendbar (s. TNM 9, S. 170; TNM 8, S. 191).7; 8

Für die T-Kategorie gilt aufgrund des nicht nachweisbaren Primärtumors cT0 (Kein Anhalt für Primärtumor).

*Hinweis: Die Dignität kann auch mit /3 übermittelt werden, sofern /6 nicht angegeben werden kann

 

Quellen:

  1. WHO Classification of Tumours Editorial Board. Skin Tumours (5th ed., vol. 12) (2025). Lyon, France: IARC
  2. Becker JC, Beer AJ, DeTemple VK, et al. S2k-Leitlinie – Merkelzellkarzinom – Update 2022. JDDG: Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. 2023; 21: 305-317. https://doi.org/10.1111/ddg.14930_g
  3. CUP Syndrom – Krebserkrankungen mit unbekanntem Primärtumor; onkopedia Leitlinie, Stand 09/2025, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/cup-syndrom-krebserkrankungen-mit-unbekanntem-primaertumor
  4. Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, Version 2026, https://klassifikationen.bfarm.de/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2026/block-c43-c44.htm
  5. Internationale Klassifikation der Krankheiten für die Onkologie, Dritte Ausgabe, Zweite Revision 2019, Mit Aktualisierung vom 29.01.2021, https://klassifikationen.bfarm.de/icd-o-3/icd03rev2html/index.htm
  6. ENCR-Empfehlung: Grad der Diagnosesicherung, Version 2, Stand 05/2025, https://www.encr.eu/sites/default/files/Recommendations/ENCR%20Recommendation%20BoD_Oct2022_DE_052025.pdf
  7. Wittekind, C. (Hrsg.) TNM Klassifikation maligner Tumoren (Neunte Auflage). Weinheim, Deutschland: WILEY-VCH Verlag
  8. Wittekind, C. (Hrsg.). (korr. Nachdruck 2020). TNM – Klassifikation maligner Tumoren (Achte Auflage). Weinheim, Deutschland: WILEY-VCH Verlag

Stand 05/2026

Hämatolymphoide Tumoren

Wie soll ein splenisches Marginalzonenlymphom kodiert werden?

Beim splenischen Marginalzonenlymphom finden sich üblicherweise eine Milzvergrößerung, ein Befall der hilären Lymphknoten, des Knochenmarks und des Bluts (WHO-Klassifikation, 2022).

Die Neoplasie soll mit der ICD-10 C83.0 und dem Histologiecode 9689/3 verschlüsselt werden.
Als Primärlokalisation soll nach SEER als Primärlokalisation die ICD-O C42.2 (Milz) verwendet werden.

https://seer.cancer.gov/seertools/hemelymph/51f6cf57e3e27c3994bd5327/. Abfrage vom 11.08.2022

https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassifikationen/icd/icd-o-3/icd03rev2html/block-967-969.htm?codeSearch=9689#9689:3.
Abfrage vom 11.08.2022

Stand 08/2022

Welche Lokalisation muss bei den Leukämien kodiert werden?

Nach den Kodierrichtlinien der ICD-O soll der topografische Code dem Ursprungsort der Neoplasie entsprechen (Primärlokalisation). Diese entspricht nicht immer dem Entnahmeort des Tumorgewebes.

Bei den Leukämien soll nach den Empfehlungen als Ursprungsort die Lokalisation C42.1 (Knochenmark) codiert werden.

Stand 08/2022

Wie ist die Transformation einer systemischen Neoplasie zu melden?

Die Transformation einer systemischen Neoplasie ist als neue Diagnose in einer Diagnosemeldung zu übermitteln. Dabei ist die Bezeichnung der Neoplasie nach Transformation mit aktuellem ICD-10-Diagnoseschlüssel und mit aktuellem ICD-O-Morphologieschlüssel zu übermitteln (z.B. ICD-10 C83.3, 9680/3).
Zusätzlich muss eine Verlaufsmeldung zum ursprünglichen Tumor (z.B. ICD-10 C91.1) gesendet werden mit Angabe der neuen, die Transformation beschreibenden Histologie (z.B. 9680/3).
Das Untersuchungsdatum dieser Verlaufsmeldung muss dem Datum der neuen Histologie entsprechen.
In das Bemerkungsfeld bitte „Transformation“ eintragen.

(Eine bundesweite Abstimmung zu diesem Thema läuft. Sollten bundesweit andere Vereinbarungen getroffen werden, wird die FAQ bei Bedarf angepasst.)

Stand 01/2026

Welche ICD-10 soll bei Erstdiagnose eines kleinzelligen lymphozytischen Lymphoms bzw. einer chronischen lymphatischen Leukämie (SLL/CLL; ICD-O 9823/3) verwendet werden?

  • Bei Vorliegen einer leukämischen Manifestation (CLL) soll die Erkrankung mit der ICD-10 C91.1 verschlüsselt werden.Definition der leukämischen Manifestation: Konzentration der B-Lymphozyten im Blut >5×109/L, mit typischer Morphologie und typischem Immunphänotyp (WHO-Classification Haemtolymphoid tumours, 5th ed., 2022).
  • Bei Vorliegen eines Lymphoms (SLL) ohne leukämische Manifestation soll die Erkrankung mit der ICD-10 C83.0 verschlüsselt werden.

Stand 08/2022

Hirn/ZNS

Wie soll die Therapiemethode Optune TTFields bei Glioblastom übermittelt werden?

Optune TTFields ist als systemische Therapie mit Therapieart „Sonstiges“ („SO“) und der Angabe „TTFields“ im Protokollfeld zu melden. Erfolgt die TTF-Behandlung zusammen mit einer medikamentösen Therapie (z.B. Temozolomid), muss das Medikament in das Substanzfeld eingetragen werden.

Quellen:

Stand: 11/2023

Kopf/Hals

Was ist ein CUP im Kopf-Hals-Bereich? Wie ist dieser zu verschlüsseln?

Beim CUP („Cancer of Unknown Primary“) im Kopf-Hals-Bereich liegen histologisch gesicherte Lymphknotenmetastasen (LK-Metastasen) eines Plattenepithelkarzinoms im Kopf-Hals-Bereich vor, die kein Rezidiv einer früheren Erkrankung sind, und deren Ursprungstumor (Primärtumor) nicht gefunden werden konnte. In dieser Situation geht man davon aus, dass der Primärtumor im Kopf-Hals-Bereich zu lokalisieren ist, auch wenn dieser unauffindbar bleibt.1; 2

Ein CUP im Kopf-Hals-Bereich ist wie folgt zu verschlüsseln:

  • ICD-10 Diagnose: C76.0 (Bösartige Neubildung sonstiger und ungenau bezeichneter Lokalisationen: Kopf, Gesicht und Hals)3
  • ICD-O-3 Zweite Revision Lokalisation: C76.0 (Sonstiger oder mangelhaft bezeichneter Sitz: Kopf, Gesicht oder Hals o.n.A.)4
  • Diagnosesicherung: Histologie der Metastase5

In Abhängigkeit vom EBV- und HPV- bzw. p16-Status der LK-Metastasen sind folgende drei TNM-Klassifikationen zu verwenden, für deren T-Kategorien aufgrund des nicht nachweisbaren Primärtumors jeweils cT0 (Kein Anhalt für Primärtumor) gilt:6; 7

  • Bei EBV-negativen und HPV-unabhängigen oder bei immunhistochemisch nicht weiter untersuchten plattenepithelialen Karzinommetastasen lässt sich die TNM-Klassifikation „Unbekannter Primärtumor mit Metastasen der Halslymphknoten“ anwenden (s. TNM 9, S. 52; TNM 8, S. 55).
  • Bei EBV-positiven plattenepithelialen Karzinommetastasen gilt die TNM-Klassifikation analog Nasopharynxkarzinome (s. TNM 9, S. 55 und S. 31; TNM 8, S. 58 und S. 35 ff.).
  • Für HPV-abhängige bzw. bei immunhistochemisch p16-positiven, plattenepithelialen Karzinommetastasen ist die TNM-Klassifikation analog p16-positiver Oropharynxkarzinome vorgesehen (s. TNM 9, S. 54 und S. 32; TNM 8, S. 57 und S. 34 ff.).

 

Quellen:

  1. Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinome, onkopedia Leitlinie, Stand 10/2022 https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/kopf-hals-plattenepithelkarzinome
  2. CUP Syndrom – Krebserkrankungen mit unbekanntem Primärtumor; onkopedia Leitlinie, Stand 09/2025, https://www.onkopedia.com/de/onkopedia/guidelines/cup-syndrom-krebserkrankungen-mit-unbekanntem-primaertumor
  3. Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, German Modification, Version 2026, https://klassifikationen.bfarm.de/icd-10-gm/kode-suche/htmlgm2026/block-c43-c44.htm
  4. Internationale Klassifikation der Krankheiten für die Onkologie, Dritte Ausgabe, Zweite Revision 2019, Mit Aktualisierung vom 29.01.2021, https://klassifikationen.bfarm.de/icd-o-3/icd03rev2html/index.htm
  5. ENCR-Empfehlung: Grad der Diagnosesicherung, Version 2, Stand 05/2025, https://www.encr.eu/sites/default/files/Recommendations/ENCR%20Recommendation%20BoD_Oct2022_DE_052025.pdf
  6. Wittekind, C. (Hrsg.) TNM Klassifikation maligner Tumoren (Neunte Auflage). Weinheim, Deutschland: WILEY-VCH Verlag
  7. Wittekind, C. (Hrsg.). (korr. Nachdruck 2020). TNM – Klassifikation maligner Tumoren (Achte Auflage). Weinheim, Deutschland: WILEY-VCH Verlag

Stand 04/2026

Leber/Galle

Wie ist das kombinierte, hepatozelluläre Karzinom und Cholangiokarzinom zu klassifizieren?

Das kombinierte, hepatozelluläre Karzinom und Cholangiokarzinom ist nach WHO, ICD und TNM zu klassifizieren:

• ICD-10 Diagnose: C22.0
• ICD-O-3.2 Topografie: C22.0
• ICD-O-3.2 Morphologie: 8180/3

Es wird die TNM-Klassifikation für die intrahepatischen Cholangiokarzinome (ICD-O C22.1) angewendet.

Quellen:
Wittekind C. TNM: Klassifikation maligner Tumoren, 8. Auflage, Nachdruck 2020, WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim, Deutschland
WHO Classification of Digestive System Tumours. 5th ed. Lyon: IARC

Mamma/Brust

Wie soll der Morbus Paget der Brust dokumentiert werden hinsichtlich der Morphologie, Dignität, ICD-10 und T-Kategorie?

Die korrekte Dokumentation des Morbus Paget ist im Manual plus beschrieben:
https://plattform65c.de/wp-content/uploads/2023/02/Kodierung-des-Morbus-Paget-der-Brust.pdf

Thorax

Wie sind epitheliale Neubildungen des Thymus zu codieren?

Epitheliale Neubildungen des Thymus sind mit den hierfür vorgesehenen, spezifischen ICD-Codes zu kodieren.

  • Nach ICD-10 mit:
    C37: bösartige Neubildung des Thymus
    D38.4: Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens
  • Nach ICD-O-3.2 mit:C37.9: Lokalisationscode
  • Nach ICD-O-3.2 Morphologie:
    epitheliale Neoplasien des Thymus (858-858)

Für epitheliale Tumore des Thymus inklusive Thymome, Thymuskarzinome und neuroendokrine Tumore des Thymus gilt der TNM für Thymustumore.

Quellen:
Wittekind C. TNM: Klassifikation maligner Tumoren, 8. Auflage, Nachdruck 2020, WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim, Deutschland
WHO Classification of Thoracic Tumours. 5th ed. Lyon: IARC
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Stand: 10/2021

Urologie

Welches Grading bei Prostatakarzinom seit TNM 8?

Im TNM 8 wird für das Grading von Prostatakarzinomen die Verwendung der WHO-Gruppen/ISUP Grade Groups 1–5 beschrieben. Diese entsprechen allerdings nicht dem klassischen 4-stufigen Grading, wie es laut ADT/GEKID-Basisdatensatz laut Bundesanzeiger vorgesehen ist. Die Ausprägung „5“ lässt sich nicht über den Basisdatensatz übermitteln. Die korrekte Abbildung erfolgt durch die Angaben zum Gleason, die über das organspezifische Modul Prostata übermittelt werden können. Im Feld Grading soll „T“ (= trifft nicht zu) dokumentiert werden.

Stand: 01/2020

Nichtinvasive Urothelkarzinome: Was gilt in Bezug auf Morphologie, TNM und Grading?

Nach WHO wird zwischen dem nichtinvasiven papillären Urothelkarzinom und dem Urothel-Carcinoma in situ unterschieden. Diese beiden Neoplasien unterscheiden sich in Bezug auf Morphologie, T-Kategorie und Differenzierungsgrad (Grading).

Zusammenfassend gilt:

Nichtinvasives papilläres Urothelkarzinom:

Morphologieschlüssel: 8130/2
T-Kategorie: Ta
Grading: low-grade oder high-grade

Low-grade- und high-grade Tumore haben eine unterschiedliche Prognose. Daher ist bei der Meldung dieser Neoplasie unbedingt auf die Angabe des Gradings zu achten.

Gültig sind hier nur die alphabetischen Ausprägungen:

  1. High Grade (H)
  2. Low Grade (L)

Die Ausprägung „Intermediate (M)“ und numerische Angaben sind hier nicht anwendbar.

Urothel-Carcinoma in situ:

Morphologieschlüssel 8120/2
T-Kategorie Tis
Grading: high-grade

Ein Urothel-Carcinoma in situ ist immer als ein high-grade Tumor einzustufen.

Gültig ist hier nur die alphabetische Ausprägung:
High Grade (H)

 

Quellen:

  1. WHO Classification of Tumours Editorial Board. Urinary and male genital tumours. Lyon (France): International Agency for Research on Cancer; 2022. https://publications.iarc.fr/610.
  2. Wittekind C. TNM: Klassifikation maligner Tumoren, Achte Auflage, Nachdruck 2020, WILEY-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim, Deutschland

Stand 11/2024

Invasives Urothelkarzinom: Welches Tumorgrading?

Beim invasiven Urothelkarzinom wird gemäß WHO seit 2016 ein zweistufiges Gradingsystem (high-grade/low-grade) erwartet (1).

Gültige Angaben für das Grading sind daher nur:

  1. High-grade (H)
  2. Low-grade (L)

Die Ausprägung „Intermediate (M)“ ist hier nicht anwendbar.

Die deutsche Leitlinie empfiehlt beim invasiven Urothelkarzinom der Harnblase zusätzlich auch das dreistufige Gradingsystem (G1, G2, G3) nach WHO von 1973 anzuwenden (2). Dieses ist im Datenfeld „Weitere Klassifikationen“ als „Grading (WHO 1973)“ mit der Ausprägung G1, G2 oder G3 anzugeben.

 

Quellen:

  1. WHO Classification of Tumours Editorial Board. Urinary and male genital tumours. Lyon (France): International Agency for Research on Cancer; 2022. https://publications.iarc.fr/610.
  2. S3-Leitlinie Früherkennung, Diagnose, Therapie und Nachsorge des Harnblasenkarzinoms.

https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Blasenkarzinom/LL_Harnblasenkarzinom_Langversion_2.01.pdf

Stand 11/2024